El Siglo Futuro - Zahl der Toten nach Sturzflut im Himalaya steigt weiter - mehr als 2400 Vermisste

Madrid -
Zahl der Toten nach Sturzflut im Himalaya steigt weiter - mehr als 2400 Vermisste
Zahl der Toten nach Sturzflut im Himalaya steigt weiter - mehr als 2400 Vermisste / Foto: © AFP

Zahl der Toten nach Sturzflut im Himalaya steigt weiter - mehr als 2400 Vermisste

Zwei Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya steigt die Zahl der Toten weiter. Nach Behördenangaben aus Nepal, China und Indien wurden bislang nahezu 600 Tote registriert, fast 2500 Menschen werden noch vermisst. Unter den Vermissten ist dem Auswärtigen Amt zufolge noch "eine hohe einstellige Zahl deutscher Staatsbürger". Aus Furcht vor einer neuerlichen Flutwelle aus einem neu entstandenen Stausee wurden die Such- und Rettungsarbeiten am Freitag stundenlang unterbrochen.

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In Nepal meldeten die Behörden am Freitag 579 Todesopfer und 1924 Vermisste, darunter 517 Ausländer. Die chinesischen Behörden meldeten bislang sieben Tote und 554 Vermisste in Tibet. Demnach wurden mehr als tausend Menschen aus Tibet in Sicherheit gebracht. Nach indischen Behördenangaben wurden in Indien sieben Leichen aus Flüssen gezogen.

Unter den Vermissten sind laut der nepalesischen Tourismusbehörde mindestens acht Deutsche. Das Auswärtige Amt erklärte dazu am Freitag, dass sich eine "hohe einstellige Zahl deutscher Staatsbürger unter den Vermissten" befinde - zuvor war von einer "niedrigen zweistelligen Zahl" die Rede gewesen.

"Unsere Auslandsvertretungen stehen mit den Familienangehörigen und mit den lokalen Behörden im engen Kontakt und kümmern sich intensiv um belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger und Kontaktaufnahme zu diesen." Eine deutsche Familie sei "für einen kurzen Abschnitt" mit einem Militärhubschrauber in Sicherheit gebracht worden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kondolierte dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem nepalesischen Ministerpräsidenten Balendra Shah. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und allen Menschen, die durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren haben", hieß es am Freitag in seiner Kondolenzbotschaft an den Regierungschef Nepals. Den Verletzten wünschte er eine "rasche und vollständige Genesung".

Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurde in der nepalesischen Wanderregion Langtang eine vierköpfige deutsche Familie von Rettungskräften in Sicherheit gebracht. Sie hatte angesichts von Erdrutschen auf halbem Weg kehrtgemacht.

Die Suche nach weiteren Überlebenden wird durch zerstörte Straßen, meterhohen Schlamm und die Gefahr neuer Überschwemmungen und Erdrutsche erschwert. Auf der tibetischen Seite der Grenze erreichte am Freitagnachmittag erstmals eine Gruppe von 21 chinesischen Feuerwehrleuten mit einem Spürhund das schwer getroffene Gebiet um den Grenzort Gyirong. Dort werden hunderte Menschen vermisst.

Am Freitagmorgen hatte die nepalesische Polizei wegen eines nach dem Gletscherabbruch entstandenen Sees in Tibet vor einer möglichen neuen Flutwelle gewarnt. Einsatzkräfte und Bewohner gefährdeter Gebiete wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Am frühen Nachmittag wurde die Warnung wieder aufgehoben. Chinesischen Staatsmedien zufolge nahm die Gefahr eines Überlaufens des Sees aber allmählich ab.

Weiterer Regen könnte die Rettungsarbeiten jedoch erschweren. Die Behörden in Tibet warnten vor starken Niederschlägen und Gewittern in den kommenden Tagen. Durch anhaltenden Regen bestehe eine erhöhte Gefahr weiterer Überschwemmungen und Erdrutsche.

In Nepal bemühten sich Rettungskräfte um mehr als hundert Menschen, die in einem Tunnel an der Baustelle eines Wasserkraftwerks eingeschlossen waren. Zwei Militärhubschrauber wurden dorthin geschickt. Selbst die Zugänge zum Tunnel seien jedoch nur schwer zu finden, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet AFP. 350 Arbeiter und Anwohner seien bereits unter "äußerst riskanten" Bedingungen gerettet worden.

Für den Einsatz an dem Tunnel bat das Land Indien um Hilfe. Neu Delhi bereitete daraufhin die Entsendung eines erfahrenen Tunnelrettungsteams vor. Indische Einsatzkräfte hatten 2023 nach einer 17-tägigen Rettungsaktion 41 Arbeiter aus einem eingestürzten Himalaya-Tunnel befreit.

Am Mittwoch war eine gewaltige Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll durch das Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet geströmt und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte wurde die Katastrophe durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst. Dieser war so heftig, dass er als Beben der Stärke 5,2 registriert wurde.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften schätzt, dass etwa 93.000 Menschen von der Katastrophe betroffen sein könnten. Die Sturzflut ist die tödlichste Katastrophe in Nepal seit dem Erdbeben von 2015 mit rund 9000 Todesopfern.

Die EU kündigte Soforthilfen in Höhe von zwei Millionen Euro an. Kanada erklärte, fünf Millionen kanadische Dollar (umgerechnet 3,2 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen.

B.Vidal--ESF