Milliarden-Rüstungsdeal: USA wollen 850 F-35-Kampfjets bei Lockheed Martin kaufen
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat einen milliardenschweren Kampfjet-Deal verkündet: Das Verteidigungsministerium in Washington vereinbarte mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin die Produktion und Lieferung von 850 Tarnkappenflugzeugen vom Typ F-35, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Das Rahmenabkommen bedarf der Zustimmung des US-Kongresses, der die Finanzmittel bewilligen muss.
F-35-Kampfjets gehören zu den leistungsfähigsten weltweit, die US-Regierung hatte sie zuletzt im Krieg gegen den Iran eingesetzt. Ziel der auf zehn Jahre angelegten Vereinbarung sei es, die bestehende Flotte zu "modernisieren und zu stärken", erklärte das Pentagon. Zu den genauen Kosten äußerte sich das Ministerium nicht.
Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Sie sind sehr teuer - sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung. Allein die reinen Produktionskosten für eine Maschine liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar (71,5 bis 95 Millionen Euro).
Lockheed Martin-Chef Jim Taiclet erklärte, die Vereinbarung mit dem Pentagon festige die Rolle der F-35 "als wichtigstes Frontkampfflugzeug der freien Welt für die kommenden Jahre" und gebe dem Unternehmen Planungssicherheit. Der Rüstungskonzern will pro Jahr 156 der Maschinen produzieren.
Die F-35 wurde von den USA in Zusammenarbeit mit anderen Nato-Staaten entwickelt. Nach Angaben von Lockheed Martin sind weltweit bereits rund 1375 Jets stationiert.
Deutschland hat 35 dieser Maschinen bestellt, um die alternde Tornado-Flotte abzulösen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte erst Mitte September im US-Bundesstaat Texas den ersten F-35-Jet in Empfang genommen und von einer "neuen Ära für die Luftwaffe" gesprochen. Das Geschäft hat einen Umfang von rund zehn Milliarden Euro, die aus dem Sondervermögen für die Bundeswehr kommen.
Nach Angaben von Lockheed umfasst die Vereinbarung unter anderem auch Ersatzteile und die Instandhaltung der Kampfjets für zehn Jahre. Auch Bestellungen internationaler Kunden seien vorgesehen.
Das internationale Interesse an den Maschinen ist groß: Erst kürzlich hatte die US-Regierung ungeachtet israelischer Bedenken grünes Licht für den Verkauf von 48 Tarnkappenjets an Saudi-Arabien gegeben. Der Auftrag des Verbündeten in der Golfregion hat einen Umfang von 24,3 Milliarden US-Dollar.
Auch der Nato-Partner Türkei hofft auf einen erneuten Zugang zum F-35-Programm. Die USA hatten Ankara 2019 ausgeschlossen, nachdem die Türkei ein russisches Flugabwehrsystem erworben hatte. Präsident Trump machte dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aber kürzlich neue Hoffnungen. Auch hier gibt es starken Widerstand aus Israel.
Die Trump-Regierung erhofft sich zudem wirtschaftliche Impulse durch das Rüstungsgeschäft. Der oberste Beschaffungsmitarbeiter des Pentagon, Michael Duffey, erklärte, der Deal stabilisiere die US-Verteidigungsindustrie, "um schnell und im großen Maßstab produzieren zu können".
Lockheed erklärte, dadurch würden in den nächsten zehn Jahren mehr als 315.000 Arbeitsplätze gesichert und nahezu 80 Milliarden US-Dollar an wirtschaftlicher Aktivität generiert. Die Ankündigung erfolgte knapp zwei Wochen vor den Kongresswahlen in den USA, bei denen Trump und seinen Republikanern eine Niederlage droht.
Der Aktienkurs von Lockheed Martin legte nach Verkündung des Deals an der Wall Street zeitweise um mehr als sechs Prozent zu. Der Konzern gab zugleich Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal bekannt, die die Erwartungen übertrafen.
A.M.Ruiz--ESF