El Siglo Futuro - Nachrichten aus Madrid, Spanien und der Welt

Madrid -
Grüne gewinnen Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp vor CDU - je 56 Mandate
Niederlagen der SPD und Skandal um schwerbehindertes Kind im Land Brandenburg
Niederlagen der SPD und Skandal um schwerbehindertes Kind im Land Brandenburg

Die Landtagswahl in Baden‑Württemberg am 8. März 2026 war für die Sozialdemokraten ein fast schon erbärmliches Desaster und passt doch ins krude SPD-Bild um den Skandal eines mehrfach schwerstbehinderten Kindes im Bundesland Brandenburg.Nach aktuellen Hochrechnungen der öffentlich‑rechtlichen Fernsehsender kamen die Grünen auf rund 30,3 % der Stimmen und liegen damit hauchdünn vor der CDU (29,7 %). Die AfD wurde mit 18,8 % drittstärkste Kraft, die FDP und die Linke fielen jeweils auf nur etwa 4,4 %, während weitere kleinere Parteien zusammen rund 6,9 % holten – ein Wert, der nur sehr knapp über der Fünf‑Prozent‑Hürde liegt, der für eine frühere Volkspartei in ihrem einstigen „Musterländle“ einem Absturz gleichkommt.Die Sozialdemokraten waren in Baden‑Württemberg bis in die 1970er‑Jahre hinein fester Bestandteil des Parteiensystems. Nun müssen sie um ihren Einzug ins Parlament bangen. Politikwissenschaftler sprechen von einer existenziellen Krise: Wenn die SPD nicht einmal mehr in westdeutschen Flächenländern über fünf Prozent kommt, drohen ähnliche Abstürze in anderen Ländern und womöglich sogar die Bedeutungslosigkeit der SPD in den ostdeutschen Bundesländern, bei kommenden Landtagswahlen.

März 08, 2026

AKTUELLE NACHRICHTEN

AfD mit absolutem Rekord im Südwesten
AfD mit absolutem Rekord im Südwesten

Die AfD ist aus der baden-württembergischen Landtagswahl nicht als stärkste Kraft hervorgegangen und doch gehört sie sowie vor allem Alice Weidel (47, Fraktionsvorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion) ohne Zweifel zu den großen Gewinnerinnen dieses Wahlabends. Krachen wurden SPD, Linke und FDP abgestraft, man möchte meinen das Volk hat die Schnauze von diesen drei Parteien gestrichen voll! Das Ergebnis markiert für die Partei im Südwesten eine politische Zäsur. Nach Jahren, in denen sie im Land zwischen Protestadresse, internen Konflikten und strategischer Selbstsuche schwankte, steht sie nun wieder als ernstzunehmender Machtfaktor im Raum. Fast jeder fünfte gültige Zweitstimmenzettel entfiel auf die AfD. In einem Bundesland, das sich lange als wirtschaftlich stabil, politisch berechenbar und vergleichsweise widerstandsfähig gegen radikale Zuspitzung verstand, ist das ein Befund mit erheblicher Signalwirkung.Die eigentliche Wucht dieses Resultats liegt nicht nur in der absoluten Höhe, sondern im Vergleich. 2021 war die AfD in Baden-Württemberg deutlich zurückgefallen, verlor massiv an Zustimmung und spielte parlamentarisch nur noch eine Nebenrolle. Nun gelingt ihr binnen einer Wahlperiode die fast vollständige Rückkehr in die erste Reihe. Aus einer geschwächten Fraktion wird wieder eine Partei, die Debatten treibt, politische Lager nervös macht und das Kräfteverhältnis im Landtag spürbar verschiebt. Dass die AfD damit ihr bislang bestes Ergebnis bei einer baden-württembergischen Landtagswahl erreicht, verleiht dem Abend zusätzlich historische Schärfe.Bemerkenswert ist dabei auch die neue Struktur der Wahl. Erstmals wurde in Baden-Württemberg nach dem reformierten Zwei-Stimmen-System abgestimmt. Die Wählerinnen und Wähler konnten also getrennt über Kandidatin oder Kandidat im Wahlkreis und über die Landesliste einer Partei entscheiden. Gerade unter diesen neuen Bedingungen fällt das AfD-Ergebnis besonders ins Auge. Die Partei erzielt bei Erst- und Zweitstimmen nahezu identische Werte. Das deutet darauf hin, dass es sich nicht bloß um eine lose Proteststimmung handelt, die sich nur auf die Parteiebenen entlädt. Vielmehr zeigt sich ein relativ gefestigtes Wählerpotenzial, das seine Zustimmung sowohl auf die Partei als auch auf ihre Bewerber überträgt.

März 08, 2026

USA melden Tod von siebtem US-Militärangehörigen im Iran-Krieg
USA melden Tod von siebtem US-Militärangehörigen im Iran-Krieg

Die USA haben den Tod eines siebten US-Militärangehörigen im Iran-Krieg gemeldet. Das Mitglied der Streitkräfte sei am Samstag seinen Verletzungen erlegen, die es zu Beginn der Angriffe "des iranischen Regimes im Nahen Osten" erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Sonntag mit. Der Militärangehörige war demnach bei einem Angriff auf die US-Truppen in Saudi-Arabien am 1. März schwer verwundet worden.

März 08, 2026

Milan gewinnt Derby - Joker Füllkrug unauffällig
Milan gewinnt Derby - Joker Füllkrug unauffällig

Niclas Füllkrug hat sein erstes Mailänder Derby gewonnen, dabei aber keine Argumente für eine WM-Nominierung sammeln können. Beim 1:0 (1:0)-Heimsieg der AC Mailand gegen den Stadtrivalen Inter wurde der Stürmer erneut erst in der Schlussphase eingewechselt. Als Joker ab der 73. Minute konnte der frühere Bremer und Dortmunder in einer zerfahrenen Schlussphase kaum Akzente setzen.

März 08, 2026

AKTUELLE NACHRICHTEN

Blitzer: Dreiste Abzocke oder notwendig?
Blitzer: Dreiste Abzocke oder notwendig?

Deutschland diskutiert wieder mit wachsender Schärfe über eine Frage, die längst weit mehr ist als ein bloßes Verkehrsthema: Sind Blitzer in Wahrheit ein bequemes Finanzierungsinstrument für klamme Städte und Gemeinden geworden, oder sind sie ein notwendiges Mittel, um Leben auf Deutschlands Straßen zu schützen? Die Empörung vieler Autofahrer kommt nicht von ungefähr. Wer sieht, dass Kommunen Millionenbeträge aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen einnehmen, während gleichzeitig an anderer Stelle über Sparzwänge, Defizite und Haushaltslöcher geklagt wird, gewinnt schnell den Eindruck, hier werde nicht nur überwacht, sondern vor allem kassiert. Genau dieser Verdacht hat die Debatte in den vergangenen Monaten weiter angeheizt.Tatsächlich sprechen die Summen eine deutliche Sprache. In einer aktuellen Auswertung deutscher Großstädte erreichten zahlreiche Kommunen erneut Millioneneinnahmen durch Verkehrsüberwachung. Besonders auffällig ist, dass nicht nur einzelne Ausreißer hohe Beträge melden, sondern sich in vielen Städten ein dauerhaft lukratives Einnahmeniveau etabliert hat. Das ist politisch heikel, weil Bußgelder zwar ordnungsrechtlich begründet werden, in der Wahrnehmung vieler Bürger aber längst wie ein fester Baustein kommunaler Finanzplanung wirken. Das Misstrauen wächst noch stärker dort, wo Städte zwar gern auf Sicherheit verweisen, gleichzeitig aber keine klare Trennung zwischen Prävention und Kassenwirkung erkennen lassen.Gerade Hamburg steht beispielhaft für diese Spannung. Dort zeigen die derzeit verfügbaren Zahlen, welche Dimension die Verkehrsüberwachung inzwischen erreicht hat. Allein 2024 flossen dort aus stationärer und mobiler Geschwindigkeitsüberwachung knapp 47 Millionen Euro in die Kasse. Der mit Abstand größte Anteil stammte aus mobilen Kontrollen, während stationäre Anlagen deutlich weniger, aber immer noch zweistellige Millionensummen einbrachten. Hinzu kamen Einnahmen aus stationärer Rotlichtüberwachung. Selbst im Folgejahr blieb die Stadt auf sehr hohem Niveau: Allein aus Geschwindigkeitsverstößen kamen erneut mehr als 40 Millionen Euro zusammen. Wer solche Größenordnungen liest, versteht sofort, warum der Begriff „Abzocke“ für viele Menschen keine polemische Übertreibung mehr ist, sondern ein gefühlter Befund.Hinzu kommt ein zweiter Punkt, der die Kritik verschärft: In vielen Städten fließen diese Einnahmen nicht zweckgebunden in mehr Verkehrssicherheit zurück, sondern in den allgemeinen Haushalt. Genau das ist juristisch nicht überraschend, politisch aber explosiv. Denn wer erwartet, dass Geld aus Blitzern automatisch in sichere Schulwege, Kreuzungsumbauten, bessere Beleuchtung, Radwege oder Unfallschutz investiert wird, liegt oft daneben. Für Bürger entsteht so ein fatales Bild: Die Kommune misst, kassiert und verbucht – aber ob die Einnahmen sichtbar an die gefährlichen Stellen des Verkehrs zurückkehren, bleibt häufig unklar. Wo Transparenz fehlt, wächst der Verdacht, dass aus einem legitimen Sicherheitsinstrument schleichend ein fiskalisches Geschäftsmodell geworden ist.Besonders brisant wird die Lage dort, wo der finanzielle Nebeneffekt gar nicht mehr nur stillschweigend mitläuft, sondern offen in Konsolidierungsdebatten auftaucht. Ein aktueller Fall aus Halle an der Saale zeigt genau dieses Problem. Dort soll das Haushaltskonsolidierungskonzept zusätzliche Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung einplanen. Schon im Vorjahr lagen die Einnahmen dort im Millionenbereich, nun sollen weitere Beträge hinzukommen. Offiziell wird zugleich betont, die primäre Zielsetzung bleibe die Verkehrssicherheit. Genau diese Doppelbotschaft ist der Kern des Problems: Sobald eine Stadt einerseits mehr Sicherheit verspricht, andererseits aber offen mit höheren Einnahmen rechnet, wird aus jeder neuen Messanlage politischer Sprengstoff.

März 08, 2026

AKTUELLE NACHRICHTEN

Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig
Trump macht Chamenei-Nachfolge von seiner Zustimmung abhängig

Nach der Wahl eines neuen obersten Anführers im Iran hat US-Präsident Donald Trump dessen Schicksal von seiner Zustimmung abhängig gemacht. Wer auch immer Nachfolger des getöteten geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei werde, brauche sein Einverständnis, sagte Trump am Sonntag dem Sender ABC News - andernfalls werde er sich "nicht lange halten".

März 08, 2026